Das vierte Herrenberger Sonnendach

Am 17. März 2006 wurde das vierte Herrenberger Sonnendach offiziell eingeweiht
"Blau ist das Gelbe vom Ei..."
Walter Fischer hat ihnen fünf Stationen angeboten, den Dritt- und Viertklässlern der Oberjesinger Schule. "Wie funktioniert eine Solarzelle", "Sonnenenergie leistet Arbeit", "Solarenergie als Wärme oder Windkraft" sowie "Antrieb und Steuerung mit Licht". Dazu hatte der Agenda-Aktive aus Kayh jeweils praktische Anwendungen aus dem Alltag in Form von unterschiedlichen Solarspielzeugen selbst gebaut und vorbereitet: Die kleine Solarseilbahn verwandelt elektrische Energie in Hubarbeit, während sie der Roboter in Bewegung umsetzt. Auch der Wind bekommt seine Energie vom Sonnenlicht, und eine Windmühle wandelt ihre Energie in elektrische Energie um.
Aber das Zuhören oder Lesen der Infotafeln war den sehr aufgeschlossenen Buben und Mädchen nicht so wichtig, wie ds handanlegen. Einiges schafften die jungen Oberjesinger alleine "Lichtstrahl treibt Solarflitzer an" titelte dazu Dietmar Denner in seinem Gäubote-Bericht.
Zum Beispiel bei der Solarseilbahn war ein bißchen Unterstützung durch erwachsene Solar-Aktive nötig: Dr. Konrad Herz, Multitalent Martin Dietze und Jörg Hagenlocher, selbst Besitzer einer Photovoltaikanlage auf seinem Gültsteiner Haus. Die Spielstunde war wie im Flug vergangen und zum Schluß servierte die Affstätter Ortschaftsrätin Waltraud Stehling, die davor am Energie-Erlebnis-Rad assistiert hatte, allen Kindern Mohrenköpfe.
Die lehrreichen Solarspielsachen gehören jetzt der Oberjesinger Schule, als Geschenk von Walter Fischer und der Agenda 21 Herrenberg. Mit dem Glaskasten im Foyer hat die Schulleiterin auch schon einen geeigneten Ausstellungsplatz gefunden.

44 Anteilseignerinnen und Anteilseigner
Sieglinde Schlie, als Schulrektorin und Hausherrin, begrüßte die vielen, die in unterschiedlicher Weise und Funktion zum Gelingen der Photovoltaikanlage (PV) auf dem Schuldach beigetragen haben: Oberjesingens Ortsvorsteher Johannes Roller, Finanzbürgermeisterin Gabriele Getzeny, Wilfried Eisner, kaufmännischer Werkleiter der Stadtwerke (SWH), Birgit Wolpold, Verantwortliche der örtlichen Volksbank Herrenberg-Rottenburg e.G., Helmut Seiwald, vom Steinbeis-Transferzentrum, als dessen Ingenieur er auch die Oberjesinger PV-Anlage, samt deren Visualisierung geplant und die Realisierung durch die Widmann & Götz Solar GmbH überwacht hat, und nicht zuletzt die 44 Anteilseignerinnen und Anteilseigner, die als engagierte Bürgerinnen und Bürger das Projekt finanzieren. Schließlich die Lehrerinnen dieser Grundschule und Gäste. Birgit Kipfer MdL ließ Grüße ausrichten. Die Landtagsabgeordnete ist selbst Anteilseignerin. Sie war jedoch wegen der Landtagswahl verhindert.
Web-Box sendet automatisch Produktionsberichte an die SWH
Für Qualitätssicherung bei der Stromerzeugung sorgt ein kleines graues Kästchen in der Schulbibliothek: Diese sog. Web-Box sendet den Stadtwerken tägliche Produktionsberichte und eventuelle Störungen über das Internet. Historische Ertragsdaten können von der frei zugänglichen Homepage des Energiearbeitskreises abgerufen werden (www.agenda21-energie-herrenberg.de ). Diesen Dienst hat der Energie-Aktive Martin Dietze eingerichtet, der auch für ständige Aktualisierungen sorgt. Diese Bürgerbeteiligungen und Bürgerfinanzierungen seien etwas ganz besonderes, betonte Sautter, den seine Agendafreunde für den Initiator der Herrenberger Sonnendächer halten, und meinte: "Die Herrenberger Sonnendächer haben viele Mütter und Väter".
Unter den Präsentationsfolien, die alle Referenten zur Veranschaulichung verwendeten, gab es eine mit dem Foto der blau schimmernden PV-Module auf dem Schuldach. Deshalb ist 'Blau das Gelbe vom Ei'.

Als nach den Vorträgen Wilfried Eisner von den Stadtwerken den Anteilseignerinnen und -eignern die Beteilugungszertifikate persönlich übergeben wollte, stellte sich die einzige Panne des sonst gelungenen einweihungsfestes heraus. Statt 44 gab es versehentlich nur 30 der individuell gestalteten Urkunden. Der Schaden wurde umgehend durch Postversand behoben.